Eine Abscheideranlage besteht aus einem Schlammfang, dem Abscheider und der Probeentnahme. 

Der Schlammfang ist ein Becken, dessen Größe in der Norm festgelegt wird. Das Mindestvolumen ist 600 Liter. Übliche Größen sind 650 Liter (bis NS 3), 2500 Liter (ab NS 3) und 5000 Liter. Der Schlammfang muss heute über eine Beschichtung verfügen, eine geschlossene Abdeckung und im Zulauf ein Prallblech besitzen, damit sich das Wasser im Schlammfang beruhigen kann und sich der Schlamm absetzt. 

 

Dann folgt die Abscheidereinheit. Um das unkontrollierte Austreten von Ölen durch den Ablauf des Abscheiders (bei Erreichen einer zu großen Menge abgeschiedenen Öles) zu verhindern, ist es erforderlich, dass ein Schwimmer im Abscheider vor Erreichen dieser bestimmten Menge abgeschiedenem Öl mechanisch den Ablauf des Abscheiders verschließt. Dieser Automatismus wird als selbsttätiger Abschluss bezeichnet. Der Schwimmer ist auf die Dichte der zu erwartenden Leichtflüssigkeiten (beispielsweise 0,85g/cm³) tariert. Ältere Benzinabscheider ohne diese Einrichtung sind heute nicht mehr zulässig. 

 

Außerdem sollte die Abscheideranlage eine Überhöhung gegenüber dem niedrigsten Zulaufpunkt besitzen. Ist dies nicht der Fall, muss eine Warnanlage eingebaut werden. 

 

Die Norm schreibt für Neuanlagen heute jedoch grundsätzlich eine Warnanlage vor. Diese Warnanlage besteht aus einer Steuereinheit und zwei Sonden, eine Sonde für den Aufstau und eine Sonde für die Messung der Ölschichtstärke. Die Ausgabe der Warnmeldung erfolgt über eine Leuchte und einen Warnton. Alle Anlagenteile die im Abscheider befestigt werden müssen explosionsgeschützt sein und die ATEX-Zulassung besitzen. 

 

Das System muss in der Lage sein, die im Havariefall anfallende Leichtflüssigkeit zurückhalten zu können. 

 

Die höchste Reinigungsleistung erzielt eine Abscheideranlage in einer sogenannten "S-B-K-P"-Anlage. Eine Kombination mit einem Koaleszenzabscheider mit vorgeschaltetem Benzinabscheider. 

 

Hinter der Abscheidereinheit ist ein Probeentnahmeschacht vorzusehen. Probenahmeeinrichtungen in Form eines Saugschlauches sind heute nicht mehr zulässig. Der Probeentnahmeschacht ist ähnlich einem Kanalschacht, hat jedoch im Gerinne einen Gefällesturz, der es ermöglicht, mit einer genormten Probenahmeflasche aus dem "fließenden Abwasserstrom" eine repräsentative Probe zu entnehmen. 

 

Funktion

 

Das Funktionsprinzip des Ölabscheiders beruht auf der schweren Mischbarkeit von Öl (bzw. Benzin) und Wasser und dem Dichteunterschied dieser organischen Bestandteile zum Wasser, d. h. die spezifisch leichtere Organikphase schwimmt auf und sammelt sich auf der Wasseroberfläche. Die so im Ölabscheider separierten Leichtflüssigkeiten können dann abgesaugt und entsorgt werden. So ist eine Reinigungsleistung von 100 mg/l Restgehalt möglich. 

 

Koaleszenzabscheider

 

Eine Weiterentwicklung von herkömmlichen Benzinabscheidern sind Koaleszenzabscheider. Die Wirkung dieser Anlagen beruht auf dem Prinzip der Koaleszenz, d. h. das Zusammenfließen von kleinen Ölpartikeln zu großen Öltropfen wird begünstigt. Damit können auch kleinste Öltröpfchen nach dem Schwerkraftprinzip aufschwimmen und abgetrennt werden. So wird eine Reinigungsleistung von bis zu 5 mg/l erreicht. 

 

Wirbelabscheider

 

Der Wirbelabscheider vereint die Funktionen des Koaleszenzabscheiders, Lamellenabscheiders und Sedimentationsbeckens. Das tangential eintretende Abwasser wird dabei in einem Spiralsystem geführt. Öle und Öltröpfchen können durch die im Vergleich zum Wasser geringere Dichte aufschwimmen. Dabei dient die große spriralförmige, mit auf der Innenwand ölanziehendem Materialkomposit beschichtete Oberfläche als Koaleszenzfläche. Die Öle sammeln sich in der Spiralmitte und können von der Oberfläche abgeführt werden. Die Feststoffe werden durch die Zirkulation nach außen gedrückt, vom Öl getrennt und sinken zu boden. Sie können aus dem trichterförmigen Boden des Wirbelabscheiders abgelassen oder ausgepumpt werden.

 

Geschichte

Die ersten Ölabscheider waren kleine Gusstöpfe, die in die Entwässerung eingebunden wurden. Einzelne finden sich noch heute, z. B. an alten stillgelegten Tankstellen oder auf Garagenhöfen. Später baute man einen Schlammfang als Betonschacht davor. Daraus hat sich dann die Bauform aus Stahlbeton in einem Schachtbauwerk mit einer Beschichtung und Innenbauteilen entwickelt. Diese Bauform hat sich bis in die heutige Zeit bewährt. Wurden früher auch Anlagen in Ortbetonbauweise errichtet, können heute nur noch Anlagen verwendet werden, die eine bauaufsichtliche Zulassung haben und daher in einem Werk hergestellt werden.